Die Reitwelt ist bereit. Bist du es auch?
Horse in pasture

Was Reiterhöfe und Restaurants gemeinsam haben

Alina Albrecht - CEO
Alina Albrecht
6 Min. Lesezeit

Zwei Branchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten - und trotzdem mit exakt denselben Problemen kämpfen. Ich komme aus der einen und baue jetzt für die andere.


Ich bin gelernte Hotelfachfrau und habe Jahre in der Gastronomie gearbeitet. Heute baue ich eine Plattform für die Pferdewelt. Auf den ersten Blick haben diese beiden Welten nichts miteinander zu tun. Die eine riecht nach Küche, die andere nach Stall. Die eine dreht sich um Teller, die andere um Sättel.

Aber je länger ich in der Pferdewelt arbeite, desto öfter denke ich: Das kenne ich doch. Die Probleme sind dieselben. Die Muster sind dieselben. Und die Lösungen, die fehlen, sind erschreckend ähnlich.


Beide leben von Leidenschaft - und sterben an der Verwaltung

Ein guter Restaurantbetreiber kocht nicht, weil er ein Geschäft führen will. Er kocht, weil er kochen liebt. Ein guter Stallbetreiber steht nicht morgens um fünf im Stall, weil er einen Business Case berechnet hat. Er steht dort, weil er Pferde liebt.

Und genau das ist das Problem. Beide Branchen werden von Menschen geführt, die für ihr Handwerk brennen - aber von der Verwaltung aufgefressen werden. Buchhaltung, Personalplanung, Kundenkommunikation, Online-Auftritt, Social Media, Bewertungsportale. Der eigentliche Job - Kochen, Reiten, Pferde versorgen - wird zur Nebensache.

In der Gastronomie habe ich Köche erlebt, die abends um elf noch Rechnungen getippt haben, statt ihre Karte für morgen vorzubereiten. In der Pferdewelt kenne ich Stallbetreiber, die abends um elf noch WhatsApp-Anfragen beantworten, statt sich um ihr eigenes Pferd zu kümmern.

Die Leidenschaft ist da. Die Zeit für alles andere nicht.


Beide verlieren Kunden an Unsichtbarkeit

Ein Restaurant kann das beste Essen der Stadt machen. Wenn es online nicht auffindbar ist, keine aktuelle Speisekarte hat und auf Google Maps falsche Öffnungszeiten stehen, geht der Gast zum Laden nebenan. Nicht weil das Essen dort besser ist. Sondern weil er ihn gefunden hat.

Reiterhöfen passiert exakt dasselbe. Ein Stall kann das beste Haltungskonzept der Region haben, den besten Unterricht, die zufriedensten Einsteller. Wenn seine Website aus dem Jahr 2014 stammt und das Angebot irgendwo auf Unterseite drei versteckt ist, findet ihn niemand. Und der Reiter geht zum Hof, der online sichtbar war.

Beide Branchen verlieren nicht an schlechter Qualität. Sie verlieren an schlechter Sichtbarkeit.


Beide kommunizieren über sieben Kanäle gleichzeitig - und keiner funktioniert richtig

In der Gastronomie kommen Reservierungen per Telefon, per Mail, über Instagram-DMs, über Google, über Lieferplattformen, über die eigene Website und manchmal einfach durch Leute, die an der Tür stehen. Kein einheitliches System. Jeder Kanal hat seine eigene Logik. Und der Überblick geht verloren.

In der Pferdewelt: Anfragen per Telefon, WhatsApp, Facebook Messenger, E-Mail, über die Website und manchmal einfach über den Zaun. Reitunterricht wird per SMS verschoben. Einsteller-Kommunikation läuft über eine WhatsApp-Gruppe. Ferienkurs-Buchungen per E-Mail mit Anhang. Und irgendwo liegt ein Zettel, auf dem steht, wer für nächsten Mittwoch angefragt hat.

Dasselbe Chaos. Dieselbe Überforderung. Nur mit anderen Inhalten.


Beide hören: „Wir sind voll, wir brauchen keine Sichtbarkeit"

Das ist der Satz, den ich in beiden Branchen am häufigsten höre. Und in beiden Fällen ist er gefährlich.

Ein Restaurant, das heute voll ist, hat keine Garantie für nächsten Monat. Wenn der Koch wechselt, wenn eine schlechte Bewertung kommt, wenn ein neuer Laden um die Ecke aufmacht – dann braucht man plötzlich Sichtbarkeit. Und die baut man nicht über Nacht auf.

Bei Reiterhöfen ist es genauso. Ein voller Stall fühlt sich sicher an. Aber Einsteller ziehen um, Reitschüler hören auf, Familien wechseln den Wohnort. Und wenn dann drei Boxen gleichzeitig frei werden und niemand weiß, dass es den Hof gibt - dann wird aus „Wir sind voll" sehr schnell „Wir haben ein Problem."

Sichtbarkeit ist keine Maßnahme für schlechte Zeiten. Sie ist die Versicherung, die man abschließt, solange es läuft.


Beide unterschätzen den ersten digitalen Eindruck

In der Gastronomie hat die Branche inzwischen verstanden, dass der Gast nicht erst beim Betreten des Restaurants entscheidet, sondern schon beim Blick auf die Website. Eine veraltete Seite, schlechte Fotos, keine Online-Speisekarte - das kostet Gäste. Die großen Plattformen wie TheFork oder Google haben dafür gesorgt, dass Restaurants gezwungen wurden, sich digital zu professionalisieren.

In der Pferdewelt ist dieser Druck noch nicht da. Es gibt keine dominante Plattform, die Standards setzt. Also bleiben die Websites so, wie sie vor zehn Jahren gebaut wurden. „Über uns" oben, Angebot versteckt, Kontakt nur per Telefon. Und niemand merkt, wie viele Reiter die Seite verlassen, ohne je zum Hörer zu greifen.

Die Gastronomie war vor zehn Jahren genau da, wo die Pferdewelt heute steht. Der Unterschied: In der Gastro kamen die Plattformen von außen. In der Reitwelt wollen wir, dass die Lösung von innen kommt.


Beide Branchen verdienen eine Lösung, die ihre Sprache spricht

Die Gastronomie hat ihre Plattformen bekommen. Lieferando, TheFork, OpenTable. Manche davon sind gut, manche nehmen den Restaurants mehr als sie geben. Aber sie haben etwas verändert: Sie haben Struktur in ein Chaos gebracht.

Die Pferdewelt hat das noch nicht. Es gibt keine zentrale Plattform, auf der Reiter Angebote finden, vergleichen und buchen können. Keine Struktur, die Betrieben hilft, sichtbar zu werden. Kein Standard, der dafür sorgt, dass ein Reiterhof online genauso überzeugend wirkt wie offline.

Genau das bauen wir mit ridetreat. Nicht als Außenstehende, die eine Branche „digitalisieren" wollen. Sondern als Menschen, die beide Welten kennen. Ich komme aus der Hotellerie und Gastronomie und weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Tag zu kurz ist für alles, was getan werden muss. Und genau deshalb bauen wir eine Plattform, die Arbeit abnimmt statt welche dazupackt.


Was die Gastronomie die Pferdewelt lehren kann

Aus meiner Zeit in der Gastronomie habe ich drei Dinge mitgenommen, die direkt auf die Reitwelt übertragbar sind:

Dein Angebot muss in drei Sekunden klar sein. Ein Gast, der die Speisekarte nicht findet, geht. Ein Reiter, der das Angebot nicht sieht, geht auch. Online entscheiden Sekunden.

Stammkunden kommen nicht von allein zurück. In der Gastro weiß man: Auch der treueste Gast braucht einen Grund wiederzukommen. In der Pferdewelt denken viele, dass ein zufriedener Einsteller für immer bleibt. Tut er nicht. Beziehungspflege ist kein Selbstläufer.

Plattformen ersetzen nicht die eigene Identität. Die besten Restaurants auf TheFork sind die, die auch ohne TheFork einen Charakter haben. Die besten Reiterhöfe auf ridetreat werden die sein, die wissen, was sie besonders macht. Die Plattform macht sichtbar – aber die Persönlichkeit muss vom Betrieb kommen.


Zwei Branchen, ein Problem, eine Chance

Reiterhöfe und Restaurants haben mehr gemeinsam, als beide wahrhaben wollen. Beide werden von leidenschaftlichen Menschen geführt, die zu wenig Zeit für den digitalen Teil ihres Geschäfts haben. Beide verlieren Kunden an Unsichtbarkeit. Beide kommunizieren über zu viele Kanäle gleichzeitig. Und beide verdienen eine Lösung, die ihre Sprache spricht.

Für die Gastronomie sind diese Lösungen gekommen - mit all ihren Stärken und Schwächen. Für die Pferdewelt bauen wir sie gerade. Mit dem Wissen aus der Gastronomie im Rücken. Und mit dem Anspruch, es besser zu machen als die, die vor uns waren.


ridetreat ist eine digitale Plattform für Reiter, Ställe und Dienstleister. Gebaut von einer gelernten Hotelfachfrau, die weiß, was Gastfreundschaft bedeutet - auch digital. Trag dich auf die Warteliste ein und sei von Anfang an dabei.


Alina Albrecht - CEO

Alina Albrecht

Founder I CEO

Ähnliche Beiträge

Horses galloping

Die Reitwelt braucht keine weitere App.

APIs, SDKs, biometrische Pferdeidentität - klingt beeindruckend. Aber löst es den Alltag eines Stallbetreibers? Warum die Reitwelt keine Technologie braucht, sondern einen gemeinsamen Standard.

Alina Albrecht - CEO
Alina Albrecht