Die Reitwelt ist bereit. Bist du es auch?

Den richtigen Reitlehrer finden.

Von der ersten Longe-Stunde bis zum Springunterricht auf S-Niveau – guten Reitunterricht erkennt man nicht am Preis, sondern am Trainer. Wer welche Qualifikation hat, was eine Probestunde leisten muss, und wo du Unterricht findest, der zu dir passt.

SCHNELLANTWORT

Das Wichtigste auf einen Blick

Mindestqualifikation für seriösen Reitunterricht: Trainer C der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung). Höhere Stufen sind Trainer B und A, beruflich Pferdewirt und Pferdewirtschaftsmeister.

Reitstunde Gruppe (45 Min.): 15 bis 35 Euro 2026 in Deutschland. Einzelunterricht (45 Min.): 35 bis 70 Euro. 10er-Karten sparen 15 bis 20 Prozent.

Probestunde anfragen. Ein guter Trainer bietet sie selbst an – es ist die wichtigste Information vor dem Vertrag.

Reitabzeichen sind das offizielle Bewertungssystem der FN: von RA 10 (Anfänger) bis RA 1 (höchste Klasse). Preise zwischen 90 und 450 Euro je Klasse.

Der Trainer ist die wichtigste Entscheidung im Reitunterricht – wichtiger als die Reithalle, das Schulpferd oder der Hof. Ein guter Trainer macht aus einem nervösen Anfänger einen sicheren Reiter. Ein schlechter macht aus einem motivierten Schüler einen, der nach drei Monaten aufhört.

Doch wer ist eigentlich „gut"? Die Reitwelt hat ein klares System dafür – mit Lizenzen, Prüfungen und Fortbildungspflichten. Es lohnt sich, das System zu kennen, bevor du dich entscheidest.

Welcher Reiter bist du?

Bevor du einen Trainer suchst, frag dich, wer du bist. Anfänger brauchen andere Trainer als Wiedereinsteiger, und Turnierreiter haben andere Anforderungen als Freizeitreiter. Hier die sechs häufigsten Reiter-Typen und worauf du jeweils achten solltest.

Anfänger Erwachsene

Du sitzt zum ersten Mal auf einem Pferd oder hast nur als Kind ein paar Stunden gehabt. Du brauchst Geduld und kleine Gruppen oder Einzelunterricht mit Longe.


SCHULPFERDE, DIE ERWACHSENE TRAGEN KÖNNEN

Anfänger Kinder

Erste Reiterfahrungen, oft im Voltigieren oder im geführten Ponyreiten. Spielerischer Zugang, Sicherheit, kindgerechte Erklärungen.


BRAVE, KLEINE SCHULPONYS, HELME VERPFLICHTEND

Wiedereinsteiger

Du hast früher geritten und kommst nach Jahren zurück. Du kennst die Grundlagen, aber dein Sitz braucht Auffrischung. Verstehender Trainer, der dich nicht wie einen Anfänger behandelt.


SITZLONGEN, GEZIELTE KORREKTUREN

Fortgeschrittene Freizeitreiter

Du reitest sicher in allen Grundgangarten und im Gelände, aber du willst dich verbessern. Zielführender Unterricht mit konkretem Trainingsplan.


TRAINER MIT EIGENER REITERFAHRUNG IM GELÄNDE

Turnierreiter

Du startest auf E- bis L-Niveau oder strebst es an. Du brauchst einen Trainer mit Turniererfahrung und der dich an Wettkampftagen begleiten kann.


TRAINER B ODER A, DISZIPLIN-SPEZIFISCH

Spezialreitweisen

Westernreiten, Islandpferdereiten, Gangpferdereiten oder Barockpferdereiten. Diese Reitweisen haben eigene Trainerausbildungen über die EWU oder andere Spezialverbände.


SPEZIALISIERTE LIZENZ, NICHT NUR FN-REITEN

Trainerqualifikationen verstehen

Die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) ist der Dachverband des deutschen Pferdesports. Sie strukturiert die Trainerausbildung in einem dreistufigen System (Trainer C, B, A), ergänzt um die Berufsausbildungen Pferdewirt und Pferdewirtschaftsmeister. Alle Lizenzen entsprechen den Rahmenrichtlinien des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB).

Wichtig zu wissen: Es gibt einen Unterschied zwischen Trainerprüfung(einmalig bestanden) und aktiver DOSB-Trainerlizenz (regelmäßig zu verlängern). Frag im Zweifel nach, ob die Lizenz aktuell gültig ist.

Trainerassistent (ab 16 Jahren)

Die Vorstufe zur Trainerausbildung. Trainerassistenten unterstützen einen lizenzierten Trainer im Unterricht – sie übernehmen aber nicht die Hauptverantwortung. Beliebt bei jugendlichen Reitvereinsmitgliedern, die später Trainer werden wollen.

Was du wissen solltest:Wenn du auf einem kleinen Hof Reitstunden bekommst, die ein Trainerassistent gibt, sollte ein Trainer in der Nähe sein. Die Verantwortung liegt rechtlich beim Trainer.

UMFANG

30 LE Lehrgang

Voraussetzungen: Pferdeführerschein oder RA 7/6, Erste-Hilfe-Kurs, polizeiliches Führungszeugnis.


Trainer C (Mindestqualifikation)

Die erste vollwertige Lizenzstufe für Amateurausbilder. Ab 18 Jahren erreichbar. Trainer C unterscheiden zwei Profile: Basissport (Schwerpunkt Anfänger und Freizeitreiter) und Leistungssport(Schwerpunkt Turnierreiter auf A/L-Niveau).

Das ist die Untergrenze für seriösen Reitunterricht. Wer eine Trainer-C-Lizenz hat, hat 120 Lerneinheiten Lehrgang absolviert, eine Prüfung bestanden und muss alle vier Jahre 15 Lerneinheiten Fortbildung nachweisen, sonst verfällt die Lizenz.

UMFANG

120 LE Lehrgang

Voraussetzungen: Reitabzeichen 4 (Dressur und Springen), Longierabzeichen 5, Erste Hilfe, Vorbereitungsseminar. Verlängerung alle 4 Jahre.


Trainer B (Spezialisiert)

Die zweite Lizenzstufe. Trainer B können sich spezialisieren – auf Basissport, Jugend, Jungpferde oder Leistungssport. Voraussetzung ist eine bestandene Trainer-C-Prüfung und mindestens ein Jahr aktive Ausbildertätigkeit.

Wann brauchst du einen Trainer B?Wenn du deine Reiterausbildung gezielt vertiefen willst – etwa für Turniere bis L-Niveau, oder wenn du als ambitionierter Freizeitreiter Feinabstimmung suchst. Trainer B sind oft Vereins- oder Hofausbilder mit langjähriger Erfahrung.

STUFE

Stufe 2 von 3

Voraussetzung: Trainer C plus 1 Jahr Tätigkeit, Reitabzeichen 3, Bodenarbeitsabzeichen Stufe 1. Verlängerung alle 4 Jahre mit 15 LE.


Trainer A (Höchste Amateurlizenz)

Die höchste Stufe der Amateur-Trainerausbildung. Trainer A unterrichten in der Regel auf M- und S-Niveau oder bilden Trainer C aus. Auch hier gibt es die Aufteilung in Basissport und Leistungssport.

Trainer A müssen ihre Lizenz alle zwei Jahreverlängern (statt vier wie Trainer C und B) – die Anforderungen an aktuelles Wissen sind höher. Trainer-A-Unterricht ist entsprechend anspruchsvoller und meistens teurer.

STUFE

Höchste Stufe

Voraussetzung: Trainer B plus mehrjährige Tätigkeit, hohe reiterliche Qualifikation. Verlängerung alle 2 Jahre mit 15 LE.


„Eine Trainerlizenz ist kein Garant für guten Unterricht - aber das Fehlen einer Lizenz ist ein klares Signal."

Was eine gute Probestunde dir zeigt

Ein guter Trainer bietet von sich aus eine Probestunde an – meistens günstiger als reguläre Stunden, manchmal kostenlos. Wer keine Probestunde anbietet, hat etwas zu verbergen oder es nicht nötig. Beides solltest du dir ansehen.

In der Probestunde lernst du den Trainer kennen, das Pferd, die Anlage. Aber wichtiger: Du bekommst ein Gefühl, ob hier eine vertrauensvolle Lernumgebung möglich ist. Die acht entscheidenden Beobachtungspunkte:

CHECKLISTE · PROBESTUNDE

Worauf du in der ersten Stunde achten solltest

01 - Umgang mit dem Pferd. 
Wie holt der Trainer das Pferd aus der Box? Wie wird gesattelt und geputzt? Ein ruhiger, freundlicher Umgang ohne Hast oder lautes Reden ist Pflicht.


02 - Sicherheit. 
Reithelm wird verpflichtend getragen, bei Anfängern oft auch eine Sicherheitsweste. Frag, wie der Trainer im Notfall reagiert. Keine Kompromisse beim Helm – auch nicht für „nur eine kleine Runde".


03 - Verständliche Erklärungen. 
Versteht der Trainer es, komplexe Bewegungen einfach zu beschreiben? Werden Fachbegriffe erklärt? Bekommst du Bilder und Vergleiche, die helfen, das Gefühl zu finden?


04 - Konstruktive Kritik. 
Wird Lob und Kritik angemessen gemischt? Bekommst du als Anfänger Ermutigung, wenn etwas nicht klappt? Ein Trainer, der nur kritisiert oder nur lobt, fördert nicht – er bremst.


05 - Aufmerksamkeit für alle in der Gruppe. 
Wenn du im Gruppenunterricht bist: Bekommt jeder Reiter Beachtung, oder konzentriert sich der Trainer nur auf den besten? Ein guter Trainer hat alle im Blick.


06 - Zustand der Schulpferde. 
Wie sehen die Pferde aus? Sind sie ruhig, gehorsam, gut genährt? Sind sie altersmäßig in einer Ordnung – oder werden 25-jährige Senioren ohne Pause durchgereicht? Schulpferde verraten viel über die Haltung.


07 - Theorie zwischen den Stunden. 
Wird kurz erklärt, warum etwas gemacht wird? Werden Hilfen besprochen? Theorie ist Teil von gutem Unterricht, nicht nur Praxis.


08 - Bauchgefühl. 
Ganz am Ende: Hast du dich gut aufgehoben gefühlt? Würdest du wiederkommen? Reiten ist eine vertrauensvolle Sache – wenn der Funke nicht überspringt, such weiter.

Reitabzeichen verstehen

Reitabzeichen sind das offizielle Bewertungssystem der FN. Sie zeigen, auf welchem Niveau du reitest – nicht nur dir selbst, sondern auch Versicherungen, Reitvereinen und Turnierveranstaltern. Die Skala läuft von RA 10 (Anfänger) bis RA 1 (höchste Klasse).

Du brauchst nicht zwingend ein Reitabzeichen, um Spaß am Reiten zu haben. Aber wenn du in einem Verein reiten, an Turnieren teilnehmen oder dein eigenes Pferd haben willst, sind Reitabzeichen nützlich – für manche Bereiche sogar Voraussetzung.


RA 10–8

Erste Reiterabzeichen für Anfänger und Kinder. Grundgangarten, einfache Bahnfiguren, Pferdepflege.


ca. 90 €

Pferdeführerschein

Reiten oder Umgang mit dem Pferd. Voraussetzung für Trainerlizenzen, Pferdekauf und vieles mehr.


ca. 160 €

RA 7

Sicheres Reiten in allen drei Grundgangarten, einfache Bahnfiguren in Dressur und Springen.


ca. 170 €

RA 6

Erweiterte Reitfertigkeiten, einfache Springreihen, Geländereiten in der Gruppe.


ca. 210 €

RA 5

Übergang zum E-Niveau (Einsteiger-Turniersport). Selbstständiges Reiten, Pferdebeurteilung.


ca. 450 €

RA 4-1

Aufbauend bis A, L, M und S. Voraussetzung für höhere Trainerlizenzen und Turniertätigkeit.

Preise stammen aus der aktuellen Preisliste 2026 eines Reiterhofes in Niedersachsen. Andere Höfe können abweichen, der Rahmen ist aber vergleichbar.

Wo du Reitunterricht findest

Es gibt vier klassische Anlaufstellen für Reitunterricht in Deutschland. Jede hat ihre Stärken und Schwächen.

Reitschule

Ein Betrieb, der primär auf Reitunterricht spezialisiert ist. Meist mit eigenem Schulpferdebestand und festem Trainerteam.

Vorteile: Strukturierter Unterricht, oft Probestunden möglich, klare Preisstaffel.

Eingeschränkt: Manchmal eingeschränkte Reitweisen, wenig Außenreiten.

Reiterhof mit Reitschule

Ein Hof, der neben Reitferien oder Pension auch regelmäßigen Reitunterricht anbietet. Oft mit größerem Pferdebestand und vielfältigen Reitmöglichkeiten.

Vorteile: Vielfalt, Geländereiten möglich, Atmosphäre eines Stalls.

Eingeschränkt: Trainerqualifikation variiert, prüf einzeln.

Reitverein

Reitvereine sind organisatorisch in der FN und ihren Anschlussverbänden eingebunden. Mitgliedsbeitrag fällt an, dafür sind die Stundenpreise oft günstiger.

Vorteile: Günstige Stundenpreise, Zugang zu Turnieren, soziale Einbindung.

Eingeschränkt: Wartelisten, Bindung durch Vereinsmitgliedschaft.

Privater Reitlehrer

Ein lizenzierter Trainer, der mobil oder auf einem festen Hof unterrichtet – oft auf deinem eigenen Pferd. Direkter Kontakt, flexibler.

Vorteile: Individueller Unterricht, oft hohe Qualifikation, flexibel.

Eingeschränkt: Teurer (ab 50 € pro Stunde), brauchst eigenes Pferd oder Reitbeteiligung.

Reitunterricht für Erwachsene – geht das?

Ja. Reiten lernen kann man in jedem Alter. Aber Erwachsene haben andere Voraussetzungen als Kinder – und brauchen oft einen anderen Zugang.

Was Erwachsene unterscheidet:

  • Du fragst öfter „warum mache ich das so?" – das ist gut
  • Du bist weniger beweglich als ein Achtjähriger, aber konzentrierter
  • Du hast oft mehr Angst – das ist normal und legt sich
  • Du brauchst einen Trainer, der dich ernst nimmt – nicht behandelt wie ein verängstigtes Kind

Realistische Lernkurve: Plane mit etwa 30 bis 50 Stunden, bis du sicher in den Grundgangarten reitest – das entspricht etwa einem halben bis ganzen Jahr bei einer Stunde pro Woche. Wer schnell vorankommen will, plant eine Reitwoche oder einen Reitkurs ein.

Such gezielt nach Reitschulen oder Höfen, die Erwachsenenkurse anbieten. Es macht einen großen Unterschied, ob du in einer Gruppe mit zehnjährigen Kindern reitest oder mit anderen Erwachsenen.

WIE DIESE ÜBERSICHT ENTSTANDEN IST

Diese Informationen hat Osi für dich zusammengetragen

Osi, der KI-Assistent von ridetreat, hat diese Übersicht aus den offiziellen Trainerausbildungsrichtlinien der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) und des DOSB sowie aus aktuellen Preislisten 2026 deutscher Reiterhöfe zusammengestellt. Die Reitabzeichen-Preise stammen aus der Witthof-Preisliste 2026.

Wie alle Inhalte, die Osi erstellt, kann auch dieser Ratgeber Fehler enthalten. Wenn dir Preise auffallen, die nicht stimmen, oder wenn du als Hofbetreiber oder Trainer genauere Zahlen für deinen Betrieb hast, schreib gern an osi@ridetreat.de – wir korrigieren so schnell wie möglich.

Hinweis: Die Trainerausbildungsrichtlinien der FN können sich ändern. Bei konkreten Fragen zur eigenen Trainerausbildung wende dich an deinen Landespferdesportverband.

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